38,2
39,3
38,7
37,2
Fieber.
Hohes Fieber.
Schwäche.
Müdigkeit.
Unruhe.
Angst. Erinnerungen. Bitte nichts ernstes. Es hat mit hohem Fieber damals angefangen.
Wir schaffen das. Gib ihm Zeit. Ein kleiner Körper braucht mehr Zeit und Ruhe für einen Infekt. Er trinkt. Genug. Er scheidet aus. Genug. Er ist zwischendurch auch mal wach und lächelt. Will spielen. Probiert ein paar Happen zu Essen. Was soll ein Arzt nun tun, außer ihn abzuhorchen und abzutasten? Bin ich zu leichtsinnig? Sollte ich doch? In diesen Zeiten? Er ist schon so anfällig und geschwächt. Was ist, wenn er sich weiter mit etwas infiziert?
Bitte nicht ins Krankenhaus. Bitte nicht. Nicht jetzt. Das wäre noch weniger Schlaf. Noch mehr Unruhe. Eine längere Genesung. Komplikationen.
Es ist nur ein Infekt. Neben den Zahnen. Er wird das schaffen. Wir werden das schaffen. Auch wenn ich nicht viel schlafen kann. Angst habe. Angst, dass es sich wiederholen könnte. Warum sollte es sich nicht wiederholen? Warum sollte es nicht ausgerechnet mir passieren, dass mein zweites Kind auch schwer krank wird?
Stop. Weg mit diesen Gedanken. Sie helfen nicht. Sie schüren noch mehr Angst.
Hoffnung. Daran muss ich mich festhalten. Er wird das schaffen. Ich stille ihn den ganzen Tag und versorge ihn mit Schmerzmitteln. Bin für ihn da. Begleite und halte aus. Beobachte. In der Ruhe liegt die Kraft. Ich habe schon schlimmeres ausgehalten und geschafft. Auch das werde ich schaffen.
Und nächste Woche sieht die Welt sicher wieder anders aus. Wenn er diesen Infekt überstanden hat. Wenn wir auf diese Woche blicken werden und denken: Was haben wir da gemeinsam geschafft. Durch Vertrauen. In diesen kleinen Menschen und seine Natur.
