Siehst du manchmal wildlebende Tiere?
Tatsächlich erleben wir das große Glück, gegenüber des Hauses ein großes Feld zu haben. Okay, es entspricht einer riesigen Wiese, die regelmäßig im Jahr vom zuständigen Bauern gemäht, mit neuen Grassamen besäht und mit Gülle gedüngt wird (Zieht auf’s Land, haben sie gesagt).
Bei jedem Spaziergang um das Feld herum, sehe ich das Hinweisschild für Hundebesitzer, die ihre Hunde angeleint führen sollen – denn das Gebiet ist das Zuhause für scheue und wilde Tiere. Mit dem Bauern und den großen Gerätschaften haben sich die Tiere scheinbar arrangiert und wissen, wann sie den Rückzug antreten müssen – was ja auch nur in größeren Abständen vorkommt. Bei der Heuernte sind die Bauern sehr umsichtig und warnen mit Sirenen und Lichtern alle anwesenden wilden Bewohner.
So können wir seit einigen Jahren täglich Rehe beobachten, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich große Rudel (oder Sprünge) bilden. Ich freue mich immer sehr, wenn ich fast zwei Hände voll Tiere zählen kann – das gibt mir irgendwie das Gefühl, dass es diesen scheuen Tieren in der Umgebung gut geht. Sie teilen sich die große Wiese mit Feldhasen, allerlei Vogelarten, wozu wir auch Fasane und Graureiher zählen, die es sich um den Düker herum gemütlich machen. Während der Heuernte wird das Feld von den umliegenden Störchen aufgesucht, von denen wir in einem Jahr sogar 14 Stück auf einmal zählen durften.
Ich liebe das, meinem Herzenskind diese Tiere zeigen zu können und dafür keinen Tierpark aufsuchen zu müssen. Diese haben wir auch in einer Vielzahl um uns herum, aber sind kein präferiertes Ausflugsziel, weil mir die Tiere doch oft Leid tun, täglich dem Lärm und Blicken der Menschen ausgesetzt zu sein – auch wenn sich die Tierparks vermeintlich gut um sie kümmern.
Wir haben unseren eigenen, kleinen Wildtierpark vor der Tür – und das ganz ohne diese wunderschönen Geschöpfe zu bedrängen.
