Welche Städte möchtest du besuchen?
Bei dieser Frage zogen sich für einen Moment meine Eingeweide zusammen. Denn Städte verbinde ich häufig mit vielen Menschen. Zu vielen Menschen.
Etwas, dass ich vor 10 Jahren scheinbar mühelos schaffte, ist für mich heute in meinem Unmasking-Prozess seit meiner Autismus-Spektrum-Diagnose mit einem anderen Bewusstsein behaftet. Ich habe das alles auch schon gemacht, erinnere mich an einige Städte – groß und klein – die mit mehr und weniger ausgeprägter Aufmerksamkeit erkundet wurden, weshalb ich sagen muss: Manche habe ich wohl nur gestreift. Ich schätze, dass ich bereits gesehene Städte im Laufe des Lebens mit einem unterschiedlichem Blick und einer anderen Aufmerksamkeit betrachten würde – ähnlich wie einen Film, den man oft schaut und bei dem man immer wieder etwas Neues entdeckt.
Es sind nicht die Städte, die mich reizen. Denn damit verbinde ich nicht nur viele Menschen, sondern auch viel Beton. Viele leblose Materialen, die in ihrer Bauart sicher auch ansehnlich sein können, aber mich persönlich einfach nicht nachhaltig packen.
Es sind eher Orte in der Natur, die ich erleben möchte. Die Weiten der kanadischen und der skandinavischen Wälder. Wasserfälle. Wie gerne möchte ich Polarlichter einmal wahrhaftig über mir sehen. Und auch wenn ich mich klimatisch eher in milderen bis kühleren Regionen aufhalte, würde es mich dennoch reizen, tropische Wälder einmal zu erleben mit den Sinneseindrücken, die da so warten. Selbst die Regionen um einen Vulkan oder um Geysire würde mich interessieren. Es ist irgendwie das, was vom Menschen unberührt ist.
Zu einem Ort befinde ich mich stets auf der Reise: Zu meinem wahren Kern. Zu all dem, was tief in mir verborgen liegt und mein Potential ausmacht. Den Sinn meines Daseins. Der Ort, der unter Konditionierung und Sozialisation vergraben wurde. Diese Reise wird wohl mein ganzes Leben andauern. Aber der Ort ist in jedem Fall erstrebenswert.
