Welchen Rat würdest du deinem Teenager-Ich geben?
Kurz bevor ich diesen Themenvorschlag las, nahm ich an einer Straßenbahnhaltestelle ein Mädchen wahr, vermutlich in den Anfängen der Teenagerschaft. Sie korrigierte in den Fenstern der Straßenbahn akribisch ihre Frisur, richtete Strähne für Strähne das, was mit der nächsten Windböe wieder in Unordnung geraten würde. Und ich begann unmittelbar Mitgefühl für sie zu entwickeln – erkannte ich mich sehr in diesen Handgriffen.
Und der erste Impuls beim Lesen der Frage war:
Scheiß auf Deine Haare!
Der nächste Gedanke:
Scheiß auf enge, unbequeme Kleidung!
Weil:
Diese Pizza ist viel zu lecker! Und der Burger erst. Die brauchen Platz unterm Shirt!
Denn am Ende ergibt sich daraus:
Scheiß drauf, wie es andere finden! Hauptsache dir gefällt’s und es fühlt sich für dich gut an.
…
Wie sehr dachte ich in dem Alter, irgendwie aussehen zu müssen, um zu gefallen. Um einen Freund abzubekommen. Dabei sprengte ich mit Körper- und Schuhgröße längst die Norm meiner Altersgenossen. Ich dachte: Das ist offenbar allen Mädchen in meinem Alter wichtig – dann ist das wohl richtig und normal.
Wollte doch unbedingt normal sein. Dazugehören. Obwohl ich immer tief in mir wusste: Ich bin irgendwie anders. Nicht Mainstream.
War bestimmt kein Zufall, dass ich heute dieses Mädchen sah. Und diese Frage auftauchte. Nachdem ich genüsslich ein Nuss-Nougat-Croissant verspeist habe. 😉
