Was liebst du heute, das du früher gehasst hast?
Spontan kam mir der Gedanke: Mich. Dabei fand ich mich sicher in den ganz frühen Anfängen meines Lebens ziemlich knorke. Doch das Leben im sozialen Gefüge, mit der Gesellschaft und dem Schulsystem, das wir haben, ist die Selbstliebe ins Wanken geraten – wenn nicht sogar zeitweise verschwunden, denn ich trug oft eine Wut in mir. In erster Linie auf mich selbst.
Hass ist so ein starker Begriff.
Ich kann darüber hinaus sagen, dass es Dinge gab, gegen die ich früher eine Abneigung hatte und heute doch ganz nett finde:
Fahrradtouren fallen mir dazu noch ein. Als Kind fand ich es ätzend, so große Runden zu fahren. Mit den Jahren liebte ich das Fahrradfahren sehr. Ich schätze, dahinter liegt auch die Prämisse, ob ich mich selbst dazu entscheide oder es jemand von mir verlangte.
Suppen. Wenn meine Mutter früher Suppen zum Mittag kochte, war ich nicht immer begeistert davon. Vor allem Möhrensuppe rief bei mir immer irgendwie Übelkeit hervor, wegen der Konsistenz von durchgekochten Möhren. Eintöpfe, die meine Mutter mit ihren Tricks andickte, fand ich schon besser. Heute liebe ich Suppen. Und erlaube mir auch, sie so zubereiten, dass ich mich sensorisch beim Essen wohlfühle. Aber ich schätze nun den Nährwert und die Wirkung von Suppen und Eintöpfen auf mein körperliches Befinden. Als Kind war der Gaumen noch nicht ganz so tolerant.

2 Antworten zu “Früher und heute”
Deinen ersten Satz finde ich wunderschön. 🥰 Ich finde, den solltest du unbedingt weiterverfolgen. 🥹🙏
Ach … Bei den Suppen bin ich übrigens auch ganz bei dir … 😉
Hab noch einen möglichst schönen Tag! 🍀
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Ich fahre bzw. fuhr seit dem Kindergarten Fahrrad. 20 Jahre lang war ich mit dem Fahrrad verwachsen. Auf ihm konnte ich mein Autonomiebedürfnis ausleben. Ich schreckte vor keiner noch so weiten Fahrradtour zurück. Dann verdrängte der Käfer das Fahrrad. Heute fahre ich nur noch selten Fahrrad. Es macht keinen Spaß mehr, zwischen LKWs, Bussen, PKWs, Rollern, Fußgängern und anderen Fahrradfahrern zu fahren.
Graupensuppe! Ich kann sie schon nicht riechen.
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