07:00 Uhr. Mein Wecker klingelt. Wie jeden Morgen. Der Wunsch ist, jeden Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen. Mein Körper braucht Routinen. Wenn ich mir gewisse Strukturen aufrecht erhalte, geht es mir körperlich und seelisch besser. Ich fühle mich stabiler.
Theorie. Und Erfahrung.
Die Realität? Die sieht zur Zeit anders aus. Sobald sich mein Wecker meldet, bekomme ich kaum die Augen auf. Gerade eben stelle ich den sanften Weckruf ab und drehe mich meistens noch einmal um. Kuschele mich an mein Herzenskind. Ich bin bleiernd müde. Erschöpft. Unser Tagesrhythmus läuft gegen meinen Biorhythmus. Meine beiden Herzmenschen eher die Eulen, ich dagegen die Lerche. Seit letztem Frühjahr hat sich bei unserem Herzenskind einiges verschoben. Morgens länger schlafen, abends länger wach. Alle Versuche, den kleinen Menschen früher ins Bett zu bewegen, scheitern. Sanfte Hilfen und Routinen, um ihn zu unterstützen, zur Ruhe zu kommen, greifen kaum. Schläft er doch mal vor 22Uhr ein, wird die Nacht unruhig. Findet er hingegen weit nach 22Uhr in den Schlaf, scheint er das Tagesgeschehen besser hinter sich zu lassen und die Nacht wird halbwegs ruhig.
Ja, mal wieder kickt der Schlafmangel hier voll in sämtliche Ideen zur Alltagsgestaltung rein. Denn wenn wir beide wenig erholt sind, fehlt oft die Energie für Aktivitäten außer Haus. Bei meinem Herzmensch nicht anders.
Wir schleppen uns also müde und erschöpft ins neue Jahr. Wenig Antrieb. Häufig gesellt sich gedrückte Stimmung hinzu. Wir „schaffen“ die Tage momentan einfach nur. und das macht mich traurig. So gut ich auch das Glück in den kleinen Augenblicken finde und es aufsauge – so sehr stehe ich damit hier oft allein da. Die Frage, wer von uns mehr leidet, lässt sich an einigen Tagen schwer beantworten. Wieviel können wir uns gegenseitig zumuten, damit der andere etwas entlastet ist und auftanken kann? Ein neuer, straffer Dienstplan durchkreuzt diese Pläne zur Zeit sehr. Wir hängen uns an die Strohhalme, die sich seit letztem Jahr glücklicherweise ergeben haben – sie sind zu Tankstellen geworden. Ich habe zum Ende des letzten Jahres durch ein Online-Programm wertvolle Impulse und tolle Verbindungen mitnehmen dürfen, von denen ich sehr Kraft zehren kann. Vor allem aber akzeptiere ich diese Erschöpfung mehr, erkenne sie an – denn sie wird immer irgendwie zu meinem Leben dazugehören. Hoffentlich nur irgendwann nicht mehr in solch einem Ausmaß.
Dennoch fühlt es sich nicht wie Stillstand an. Ich habe das Gefühl, Anlauf zu nehmen. Da stehen einige wichtige Termine in nächster Zeit an, die uns in diesem Jahr hoffentlich noch mehr Klarheit verschaffen und in Zukunft Türen öffnen werden.

Mein neues Jahr beginnt also nicht mit großen Vorsätzen und unbändigem Antrieb, neue Projekte zu starten. Ich komme langsam an. Ein anderes Tempo, als so viele Jahre zuvor. Es ist noch ungewohnt, sprudelt mein Kopf doch sonst über vor lauter Ideen. Aber es ist ja auch noch Winter. Die Energie kommt früh genug zurück. Die Natur weiß doch instinktiv auch, dass die Blütezeit wiederkommen wird.
…
Für meinen Blog spürte ich den Impuls von Tapetenwechsel. Ein frischer Anstrich, neue Struktur. Da kommt sicher noch mehr.
