Was jemand für mich tat

Was ist das Netteste, das jemals jemand für dich getan hat?

Auf diesen Schreibimpuls hin fielen mir unzählige Situationen ein, in denen Menschen nette Dinge für mich getan haben. Ob vermeintlich kleine oder große Gesten – ganz egal ob es tatkräftige Unterstützung, finanzielle Hilfe oder das achtsame Zuhören in der Not war. Ich habe alles zu schätzen gewusst, wenn sich ein Mensch bewusst Zeit für mich nahm und mir Raum schenkte für meine Anliegen.

So war ich in der Kindheit dankbar, wenn jemand für mich Partei ergriff, als ich es nicht konnte.

Ich wusste es zu schätzen, wenn mir jemand aus freien Stücken finanziell half, weil ich es selbst in manchen Situationen nicht ausreichend schaffte. Die Phasen, in denen Geld knapp bemessen war, haben sich in mir abgespeichert und so auch die Momente, in denen Menschen unterstützend zur Seite standen.

Ich denke dankbar daran zurück, als mir Menschen Unterschlupf gewährten, wenn ich mich in einer Übergangsphase meines Lebens befand. Ich ließ etwas hinter mir und ging in einen neuen Lebensabschnitt über. Da erhielt ich Raum, um mich zu sortieren und neu auszurichten.

Seit Jahren bin ich von Dankbarkeit beseelt, dass sich liebevoll um das weit entfernte Grab meines Himmelskindes gekümmert wird. Oft sprang deswegen bereits mein schlechtes Gewissen an und die rückblickende Erkenntnis, wir hätten es nach seinem Tod anders entscheiden sollen.

Ich bin immer wieder unwahrscheinlich dankbar, sobald sich jemand bewusst Zeit für meine Anliegen nimmt. Egal, ob es meine Therapeutin ist, die mir seit Jahren Raum eröffnet. Oder aber liebe Menschen um mich herum, die mir mit langen Nachrichten antworten, sobald ich mich mit meinen Gedanken und Gefühlen gezeigt habe. Nicht mit allen kann ich so offen sprechen. Nicht bei allen lasse ich innerlich los. Muss ich auch nicht. Über die paar vertrauten Menschen, die ich in meinem Leben habe, könnte ich nicht glücklicher sein.

Und wenn ich so vor die Tür blicke. Sehe, wie gestresst und frustriert die Menschen sich durch die Welt bewegen. Manchmal ziemlich rücksichtslos und egoistisch agieren. Dann bin ich tatsächlich noch dankbarer für ein nettes Lächeln, eine kleine kostenlose, zusätzliche Gabe auf dem Wochenmarkt und ein freundliches, kurzes Gespräch. Manchmal kostet es jeden Einzelnen viel, freundlich zu sein (wenn ich an Masking und Neurodiversität denke) – aber oft ist es dann doch die einfachste, günstigste Art, sich und anderen den Tag zu erhellen.

Hast Du Gedanken dazu? Schreib doch gerne einen Kommentar.