Kleine, starke Hände

Kleine Hände. Solltet spielen.
Und nicht die kalten Gitter fühlen.
Die euch ein Stück der Kindheit raubten.
Während daheim die vielen Spielsachen verstaubten.


Mit einmal war da Unwohlsein und Schmerz.
Das Kind so zu sehen, brach nicht nur des Mutters Herz.
Da waren die vielen Ärzte im Krankenhaus.
Und die sorgenvolle Frage: „Wie geht das Ganze hier wohl aus?“


Alle schwankten zwischen Hoffen und Bangen.
Mittendrin ein Kind mit Fieber und heißen Wangen.
Statt Gedichten im Kindergarten und anderen Bräuchen,
lernten sie Worte wie „Spritzen, Infusionen“ und hingen an Schläuchen.
Durch diese floss täglich das unaussprechliche Gift,
das wohl dosiert offenbar Heilung verspricht.


Dann kam das Erbrechen und es schwand die Kraft.
Das kranke Kind forderte tagelang diesen bestimmten, leckeren Saft.
Und so wurde zwischen Chemos der größte Antrieb,
dass jeder noch so kleine Bissen im Körper des Kindes verblieb.


Schnell fielen die Haare aus und man dachte sich nur:
„Wer braucht im Krankenhaus schon eine schöne Frisur?“
Also zogen bunte Mützen und auch Broviak-Beutel ein.
Das „gebeutelte“ Kind erstrahlte fortan in diesem ganz besonderen Schein.


Doch statt fröhlich auf einer Schaukel zu schwingen,
kamen Klinik-Clowns, um gegen den Krebs anzusingen.
Man sah mehr Blut, als bei einem zerschürften Knie
und fragte sich teilweise: „Enden diesen Blutkontrollen eigentlich nie?“


Diese Familien lebten eine Normalität, die keine sein sollte,
denn sie entsprach nicht im geringsten dem, was man für sein Kind so wollte.
Ein krebskrankes Kind zu begleiten, empfindet mancher Mensch als „Hölle auf Erden“.
Und niemand findet Antworten auf die Frage: „Wie soll das Leben mit Krebs nur werden?“


Man hofft und bangt zwischen den Kontrollen,
dass die Therapien bitte wirklich anschlagen sollen.
Das Kind möge sehnlichst von diesem Krebs genesen,
sonst wäre das ganze Leid am Ende umsonst gewesen.


Doch auch wenn das Kind den Krebs nicht überlebt,
wird diese Erfahrung tief in die eigene Erinnerung gewebt.
Dann genügt der Geruch von Desinfektion,
und man sieht sich und das Kind wieder auf dieser Station.


Für einen Moment wird einem nochmal klar,
wie unwahrscheinlich schwer diese Zeit dort war.
Und auch wenn es Momente der Freude gab,
war es schließlich das eigene Kind, das am Krebs verstarb.

Umso mehr freut man sich mit den anderen Eltern,
die ihr Kind nach überstandener Krankheit weiter begleiten.
Das „Danach“ ist nicht weniger schwer,
denn man sehnt jeden erfreulichen Befund bei den Kontrollen her.


Doch die Hoffnung auf Leben bleibt der stete Begleiter,
und das Leben nach dem Krebs geht irgendwie weiter.
Dann erwischt man sich voll Ehrfurcht mit Blick auf das Kind,
wie wahnsinnig stark diesen kleinen Menschen schon sind.

©Bianka mit k

Anlässlich des „Golden September“ – dem Childhood Cancer Awareness Month.🎗️

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