Immer, wenn ich neue Menschen kennengelernt habe und diese noch kleine Kinder hatten, habe ich mich für einen kurzen Moment gefragt: „Was wäre, wenn dieses Kind nun an Krebs erkranken würde? Wie würde ich mich verhalten?“
In der angeheirateten Familie meiner Mutter ist nun erneut ein kleines Kind an Krebs erkrankt. Ein Tumor. Vermutlich der gleiche, den auch mein Sohn damals heimgesucht hat. Hoffentlich ein anderes Stadium, das heilbar ist! Es steht alles in den Anfängen. Doch die Nachricht schlug erneut in diese Familie ein und erschüttert sicher die Grundmauern aller, die der betroffenen Familie nahestehen. Ich bin weiter weg, stehe nicht aktiv mit den Betroffenen in Verbindung.
Und da frage ich mich direkt: Was kann ich tun?
Wir sind verbunden durch ein ähnliches Schicksal, teilen dieselben Sorgen. Stellen uns die gleichen Fragen. All das, was diese kleine Familie gerade erlebt, habe ich auf sehr ähnliche Weise bereits hinter mir. Der Unterschied liegt im Detail: Ich hatte nur ein Kind zu begleiten und mein Sohn war jünger. Ich hatte zu der Zeit solch ein Schicksal nicht am Rande miterlebt.
Ich denke an die Mama, auf die nun alle Informationen einwirken. Wie sie sich nun noch einmal ganz anders aufteilen muss zwischen ihren Kindern. Der Gedanke im Hinterkopf: Da war ein Kind, das es nicht geschafft hat – und dennoch voller Hoffnung für das eigene Kind zu bleiben. Puh, was für eine krasse Nummer!
Ich möchte da sein. Raum halten. Mich gleichzeitig nicht aufdrängen. Zeichen schicken: „Ich bin für Euch da. Ich denke an Euch. Ich bete und hoffe mit.“
Ich spüre nun noch einmal selbst, wie hilflos es machen kann, daneben zu stehen. Ich möchte die richtigen Worte finden, ich möchte kleine Momente schaffen, die Kraft spenden. Und gleichzeitig muss ich auf mich selbst achten und darauf, was es mit mir macht. Zehn Jahre ist mein eigener Weg durch die Krebserkrankung meines Kindes nun her. Ich habe genügend Abstand zu dieser Zeit, um andere mit halten zu können – wenn sie denn wollen. Das ist enorm wichtig. Denn vielleicht möchte gerade von mir gar keine Unterstützung angenommen werden, weil es auch als schlechtes Omen empfunden werden könnte. Doch bevor ich mir alles zerdenke, werde ich eine kleine Sendung auf den Weg bringen, um zu zeigen: Ich sehe euch und ich bin gerne da.
Es tut mir so wahnsinnig Leid für diese große Familie, die gerade erstmal den Schock über die Erkrankung und den Tod meines Kindes gut verarbeitet hat – und nun beginnt das Ganze von Neuem. Doch bei all der Erschütterung und Sorgen ist es wichtig für uns alle, zu hoffen und zu beten, denn es besteht immer ein Chance, dieses kleine Leben zu retten. Ich weiß, dass die Ärzte auf der Station alles in ihrer Macht mögliche tun werden, um das Leben zu erhalten und die Familie gut durch diese schwere Zeit zu begleiten.
Make a one-time donation
Make a monthly donation
Make a yearly donation
Wähle einen Betrag
Oder gib einen anderen Betrag ein
Your contribution is appreciated.
Your contribution is appreciated.
Your contribution is appreciated.
DonateDonate monthlyDonate yearly