Mutterschaft mit Hochsensibilität, Autismus, ADHS und Trauer im Gepäck

Das Alien-Gefühl. Es ist mal wieder da. Manchmal summieren sich Situationen, in denen ich vor dem Ergebnis stehe: Ich komme aus einer fernen Galaxie.

Dieses Hinterfragen. Und dann wieder vieles ganz neu betrachten. So ein Leben mit Kind öffnet einem wahrlich nochmal die Augen für vieles, was eigentlich nicht ganz so rund läuft. Was auf dem ersten (und zweiten und dritten) Blick keinen Sinn ergibt. Vor allem so mit Menschen. Ich find’s ja immer ziemlich cool, wenn Herzenskind aus seiner Unbefangenheit heraus ganz klar sagt: „Warum macht man das eigentlich so? Eigentlich wär es doch so besser.“ Und dann sitze ich da und denke ernsthaft darüber nach. Weil seine Sicht darauf eben auch richtig ist. Weil es so viele Wege gibt, dem Leben zu begegnen. Und Herzenskind scheint einen natürlichen Sensor dafür zu haben, wenn zwischenmenschlich an manch unnötigen Regeln festgehalten wird.

Diesen Weg, den wir gerade beschreiten, fordert uns beide gewaltig. Wachstum. Reibung. Frust. Überforderung. Wo Herzenskind gerne alles hinschmeißen möchte, weil er spürt „Ich kann das (noch) nicht“, aber dennoch irgendwie will – versuche ich das Segel aufrechtzuerhalten in der stürmischen See. Dann schwappt es manchmal über, vor allem dann, wenn von Außen die Anforderungen spürbar werden. „Es muss dann mal eine Tendenz vorwärts erkennbar sein.“ Ich blicke in Gesichter, die meinem ähneln: Ein Hauch Ratlosigkeit. Und dennoch weiterhin auf der Suche nach kreativen Lösungen, die eine Vorwärtsbewegung erkennbar machen. Die zeigen sollen: Wir versuchen es. Wir machen, was wir können.

Mittendrin ein kleiner Mensch, der will. Und dennoch oft nicht kann. Weil sein Nervensystem gerade so ist. Weil „Standard“ nicht zu ihm passt. Ein kleiner Mensch, der kann, wenn er kann. Und das aber leider nicht in einem Rhythmus und Tempo passiert, wie es scheinbar erwartet wird.

Vielleicht sind wir wirklich nur auf dem verkehrten Planeten gelandet. Oder zumindest im verkehrten Land. Es gibt Orte, da ticken die Uhren wohl doch anders. Und den Menschen geht’s damit besser.

So viele Gedanken und Gefühle heute mal wieder. Bekomme es nicht sortiert. Kann’s heute auch nicht lösen. Ich brauche Ruhe. Pause vom Außen. Zumindest für heute.

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