Raus

Die untergehende Sonne hüllt unser Wohnzimmer in ein warmes Orange.

Ich ziehe die Vorhänge zu. Sonne ist ja schön – aber das Licht beißt in den müden Augen.

Die Pflanzen vor den bodentiefen Fenster werfen Schatten durch die Vorhänge.

Ich höre unzählige Autos vorbeifahren. Feierabendverkehr. Es ist deutlich mehr, als vor einer Stunde. Beinahe im Sekundentakt schnellen die Menschen in ihren Fahrzeugen an unserem Zuhause vorbei, um ihr eigenes Zuhause zu erreichen. Ich bilde mir ein, aus der Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs ihren Gemütszustand zu erahnen.

Es war ein wunderschöner Tag, da draußen. Kalt. Sonnig. Hell. Nur kurz war ich vor der Tür – Müll herausbringen, Terrasse fegen, Briefkasten prüfen. Einmal durchatmen. Sonnenstrahlen einfangen. Dann schnell wieder rein. Zu laut. Zu viele Autos.

Etwas in mir möchte raus und nicht. Aber. Zu schnell. Zu viel. Zu alles. Der Kopf so müde, kann das nicht verarbeiten. Geräusche, Temperatur, Bewegungen – alles Äußere piekst innen.

Überwinden? Heute nicht. Komfortzone lädt die Energie wieder auf.

Dann geht’s morgen wieder raus.

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