Es löst sich

Endlich. Ich habe eine Position gefunden, in der sich der Schmerz allmählich löst. Mein Körper schenkt mir mit dem monatlichen Hormoncocktail wieder die altbekannten Schmerzen im Nacken, die sich fröhlich über die rechte Kopfseite nach vorne ausbreiten und den gesamten Tag dumpf bis stechend spürbar bleiben.

Ich zögere Schmerzmittel so weit wie möglich hinaus. Helfe mir mit allerlei Haus- und Naturheilmitteln. Aber irgendwann geht nix mehr. Das flaue Gefühl im Magen beginnt. Jede körperliche Bewegung setzt Schmerzimpulse frei. Ich muss reagieren.

Was mein Körper dann eigentlich braucht? Ruhe. Dunkelheit. Stille.

Wie das gehen soll allein mit Kind?

Irgendwie.

Ich treffe Absprachen mit Herzenskind. Wir arrangieren uns. Es klappt. Der kleine Mensch ist schon so rücksichtsvoll. Empathisch. Er versteht, dass ich nicht kann. Wirklich nicht kann.

Wir schaffen den Abend irgendwie.

Und dann. Irgendwann. Wir liegen im schummerigen Schein der Nachtlichter. Kindchen schaut mit Kopfhörern die letzten Videos und lacht herzhaft. Ich finde eine Position, in der sich der letzte Schmerz im Nacken endlich auflöst.

Ich schaue diesen kleinen Menschen an. Spüre Erleichterung ob der Schmerzfreiheit, die ich den ganzen Tag herbei sehnte. Spüre tiefe Dankbarkeit für diesen kleinen Menschen, der sich so rücksichtsvoll verhalten hat.

Schließlich kuscheln wir uns aneinander. Dieser gar nicht mehr so kleine Mensch neben mir wirkt inmitten von großem Kopfkissen und großer Bettdecke doch wieder so winzig, wenn er mir noch eben erzählen möchte, wie sehr er sich auf den morgigen Tag freut. Eine Verabredung mit seinem Freund, den er schon vermisst. Mein Herz hüpft.

Dieser schmerzhafte Tag endet so schön.

Und wir schlafen friedlich nacheinander ein. Gute Nacht.

Hast Du Gedanken dazu? Schreib doch gerne einen Kommentar.