
Der Tag begann früh für Herzenskind und mich. Nach unserer Übernachtungsparty im Wohnzimmer konnten wir der Sonne beim Aufgehen zusehen. An diesem Samstagmorgen bin ich über das frühe Aufstehen sehr froh – denn ein Einkauf auf dem Markt war geplant. Und hier gilt die Devise: Je früher, desto besser.
Nicht immer ist Herzenskind für einen gemeinsamen Einkauf in der Lage. Ich auch nicht. Doch heute lag irgendwie Leichtigkeit in der Luft. Heute morgen spürte ich die Bereitschaft des kleinen Menschen – ohne große innere Widerstände. Und so radelten wir mit dem Lastenrad in der Früh in die Stadt. Wir vereinbarten ein kleines Picknick im Park, sobald wir alle Einkäufe erledigt hatten. Auf dem Wochenmarkt besuchten wir einige Stände, an denen wir – aber vor allem Herzenskind – freudig begrüßt wurden. Nach einigen Jahren Stammkundschaft dort, freuen sich alle bekannten Gesichter umso mehr, wenn auch Herzenskind dabei ist.
Es lag an diesem Morgen wirklich etwas Leichtes in der Luft. Auch die kühlen Temperaturen im Vergleich zum Vortag trugen sicher dazu bei. Herzenskind winkte allen freundlich zu, erzählte sogar ein bisschen. Da entstanden Gespräche mit den Erwachsenen, die er mittlerweile auch schon als vertraute Gesichter zuordnen kann. Selbst das unumgängliche Warten an manchen Ständen bereitete ihm heute Morgen kaum Schwierigkeiten. Er wusste sich zu helfen. Als schließlich auch die eine nette Frau am Fischwagen die Rückmeldung gab, wie gut er heute drauf sei und es schön zu sehen ist, dass der Einkauf für ihn heute möglich ist – da hüpfte mein Herz gänzlich große Freudensprünge. Sie versteht es auf ihre eigene Weise, dass solch ein Moment unwahrscheinlich kostbar ist.

Wir belohnten uns mit einem kleinen Frühstückspicknick auf der Bank im Park. Begrüßten die Enten und ließen die Morgensonne unsere Gemüter weiter erhellen. Ich bedankte mich bei Herzenskind, wie gut nicht nur dieser Einkauf klappte, sondern generell der ganze Morgen – und das darf er immer als Stärkung für seinen Selbstwert erfahren. Es ist nicht selbstverständlich für mich, dass es so reibungslos lief.
Als der (gar nicht mehr ganz so) kleine Mensch da im Licht der Morgensonne auf der Bank genüsslich sein Franzbrötchen verspeiste, hielt ich einen Moment inne und beobachtete ihn. Pure Dankbarkeit kitzelte in meiner Herzgegend. Dafür, dass dieser Morgen so war, wie er war. Dafür, dass ich mein Kind begleiten und so viel lernen darf. Und im Grunde bin ich dankbar für das Leben, das ich gerade leben darf.


Eine Antwort zu “Schöner Morgen”
Oh Franzbrötchen zum Frühstück…lecker…😂
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