Mitten in der Nacht

03:24 Uhr.

„Mama, ich hatte einen Albtraum“, flüstert mir Herzenskind ins Ohr, mit seinen kleinen Händen in der Dunkelheit nach mir suchend.

Ich kann nicht mehr schlafen“, wimmert es angstbesetzt aus dem kleinen Menschen, der gerade dabei ist, sich zu sortieren.

Okay, dann bleiben wir wach“, spreche ich ihm beruhigend zu und schalte nacheinander die beiden Nachtlichter ein, damit er sich im Raum orientieren kann.

Manchmal schläft er wieder ein, wenn er in der Nacht wird. Dieses Mal nicht. Ein langer Tag steht uns bevor.

Einen Toilettengang später werden unsere Körper und Geister etwas mehr wach. Mein Magen knurrt und innerhalb kürzester Zeit breitet sich ein nicht zu ignorierendes Hungergefühl aus, dem ich nachgehen muss. Um 04:30 Uhr bereite ich also etwas Frühstück zu. Der Kaffee soll auch die letzten Lebensgeister aufwecken. Doch der Körper ist mit der Nahrung zu dieser Uhrzeit überfordert.

Was steht für heute an? Ach ja. Ein Arztbesuch am Morgen. Um 08:30 Uhr können wir aufbrechen. Noch über drei Stunden. Wir kuscheln uns auf das Sofa. Unsere Müdigkeit füllt den Raum, während es draußen langsam dämmert. Ich nicke für eine halbe Stunde nochmal kurz ein.

Doch so ganz wach werden wir an diesem Morgen nicht. Ich halte mich mit einigen Handgriffen im Haushalt wach, bis wir losfahren können. Herzenskind ist für kaum etwas zu motivieren, weil Bauchweh. Auch bei ihm sind körperliche Beschwerden so raumfordernd, dass für jegliche Anforderungen nur wenig Platz bleibt. Schule? Zur Zeit nicht möglich. Und nach so einer kurzen Nacht, wie heute, sollte der Tag voller Nachsicht für uns alle sein. Nur das Nötigste. Hauptsache wir kommen gut durch den Tag. Leistung bringen? Sieht hier anders aus. Für viele nicht nachvollziehbar. Für uns unausweichlicher Alltag.

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