Präsenz

Ich will da sein.

Hier sein.

So richtig.

Im Moment.

Und doch bin ich es nicht.

Gleite innerlich hin und her. Schwanke. Zwischen jetzt, damals und morgen.

Je länger ich in einer Situation bin, desto größer wird der innere Drang nach Abwechslung.

Routine. Struktur. Ich brauche das. Verlässlichkeit. Vorausschaubarkeit.

Und manchmal. Und gleichzeitig. Dann wird es mir zu viel, obwohl es eigentlich doch zu wenig ist.

Denn dann will etwas in mir neue Anreize. Neue Impulse. Frische Luft. Eine andere Sicht.

Dieser Tank ist meistens schnell gefüllt. Läuft in kurzer Zeit fast über.

Und dann.

Ventil auf. Abfließen lassen. Regeneration. Ruhe. Pause. Rückzug.

Und dann.

Geht’s wieder von vorne los.

Diese Wellen von aktiver Aktivität und aktiver Passivität. Ein Drahtseilakt.

Ich versuche mit dem Fluss des Lebens zu gehen. Zu schwimmen. Zu tauchen. Und zu atmen.

Doch manchmal. Da bin ich aus der Puste. Von den vielen Prozessen, die alle in mir stattfinden. Gleichzeitig und nebeneinander.

Ich versuche das alles zu sortieren. Jeden Tag. Ich liebe Ordnung. Und doch finde ich nichts wieder.

Aber ich will sie finden.

Diese Ruhe in mir.

Diese Annahme des Lebens.

Diese Präsenz im Moment. Im Jetzt.

Ganz egal, was war. Ganz egal, was kommen wird.