Drehbuch Drama

Ich drehe meinen eigenen Film. Genre: Drama. Psychodrama.

Heute mal wieder festgestellt: Der Film läuft wohl in Dauervorstellung. Ich tausche nur die Akteure aus. Die Szenen verändern sich etwas. Handlung – ziemlich identisch.

Mist ey. Dachte ich, mit mehr Lebenserfahrung und Erkenntnissen im Gepäck wird’s besser. Hängt wohl nur leider alles noch im Kopf fest. Geht doch noch nicht so ganz ins Bewusstsein, ins Verkörpern.

Heute also wieder aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Oder aus einer Ameise ein Mammut. Eigentlich ist doch alles gut. Naja. Geht so. Im Abgleich stellte sich heraus: Es ist wirklich nicht alles gut. Schon lange Zeit nicht. Aber es wird sich arrangiert. Akzeptiert. Gehofft. Darauf, dass es irgendwann leichter wird. Anders.

Verrückt. Wie mein Kopf die fehlenden Dialoge im Alltag einfach selbst führt. Schon weiß, was der andere so denkt und empfindet. Verrückt, wie ich mir weiterhin an so vielen Ecken und Enden Druck mache – obwohl keine Energie mehr übrig bleibt. Weil: Ich möchte dennoch abliefern. Möchte erhalten, was da ist. Pflegen. Aber wie macht man das, wenn von einem selbst oft nicht mehr viel übrig bleibt? Wenn man selbst der Schlüssel zur Veränderung ist und sich selbst verbusselt hat?

Diese ganzen Rollen im Leben. Die Wünsche und Erwartungen aneinander. Die Vorstellungen, die immer und immer wieder revidiert und ersetzt werden. Das Drehen im Kreis – um die immergleichen Themen. Ich bin’s Leid. Will jetzt wirklich endlich den Schalter finden, der die Spannung rausnimmt. Stecker ziehen – da, wo ich ständig innerlich unter Strom stehe. Energie umleiten. Wie auch immer.

Wie kann es sein, dass ich zu den Menschen, die mir am nächsten stehen, die mir so sehr am Herzen liegen – und ich ihnen auch – ja, wie kann es sein, dass ich zu ihnen oft so ungehalten bin? Mich so verhalte, wie ich es doch eigentlich nicht möchte und es im Grunde auch besser wüsste? Wie kann es sein, dass ich mir selbst an Tagen, an denen ich voller Selbstzweifel bin, kaum einen guten, wohlwollenden Gedanken für mich übrig habe – ja, mir selbst keine gute Freundin bin?

Ich bin voll. Randvoll. Mit Reizen. Mit  Gefühlen. Mit Verantwortungen. Mit Gedanken. Und irgendwie bin ich momentan unfähig, die Ventile rechtzeitig aufzudrehen. Selbstfürsorge, Alleinzeit müsste ich mir noch viel häufiger geben. Stolpere aber immer wieder selbst über mich. Denke zwar: So schwer ist es doch eigentlich nicht. Hier und da loslassen. Anderen mehr zumuten. Umsetzung? Noch nicht das Gelbe vom Ei. Ich gelobe Besserung.

Hab auch keine Lust mehr auf meine Drama-Dauervorstellung. Hab keinen Bock mehr auf die ständigen Wiederholungen. Wie ein Kaugummi ohne Geschmack.

Genervt von mir selbst und meinem eigenen Programm. Kann ich.

3 Antworten zu “Drehbuch Drama”

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